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Die besten Postingzeiten

Die besten Postingzeiten

Gibt’s die überhaupt?
8 Dezember 2015
Die besten Postingzeiten

Wer Inhalte produziert, will diese natürlich auch verbreiten und keiner „redet“ gerne gegen eine Wand, ohne dass etwas zurückkommt. Daher ist immer wieder von den „besten Postingzeiten“ für Social-Media-Kanäle die Rede. Um möglichst hohe Interaktionsraten zu erzielen, gibt es im Netz zahlreiche Anleitungen und Infografiken, die aufgrund von Auswertungen und Erfahrungen erstellt wurden. Sie sollen helfen eigene Inhalte im Netz nicht nur auszugeben, sondern auch gewinnbringend zu verteilen. Heißt: An möglichst viele Likes, Shares, Re-Tweets, Re-Pins usw. zu kommen.

Aber gibt’s diese perfekten Postingzeiten überhaupt und bringt es was, sich sklavisch an die ermittelten Zeiten zu halten, um die Interaktion in die Höhe zu treiben?

Die Antwort lautet: Jein.

Diese Zeiten sollte man im Auge behalten

Für unterschiedliche Netzwerke gibt es natürlich auch unterschiedliche „Bestzeiten“ was das Veröffentlichen von Beiträgen betrifft. Je nach Plattform kann es besser sein, morgens statt nachmittags oder bevorzugt am Wochenende Beiträge zu veröffentlichen.

  • Bei Facebook sind beispielsweise die meisten Nutzer früh morgens zwischen 7-9 Uhr und dann wieder abends, etwa nach Feierabend, online. Also besteht auch zu diesen Zeiten die beste Chance mit einem Beitrag möglichst viele Leute zu erreichen. Besonders zum Ende der Woche, wenn die Lust zu arbeiten sinkt, steigen die Nutzerzahlen auf Facebook an.
  • Bei Twitter sieht die Sache etwas anders aus. Hier ist die meiste Aktivität zwischen 12-13 Uhr und abends ab 18 Uhr festzustellen. Je nachdem, ob Geschäftskunden oder Endverbraucher angesprochen werden sollen, variieren dabei die idealen Tage, an denen man etwas veröffentlichen sollte. Ab Mitte der Woche bis zum Wochenende steigen die Nutzerzahlen der Endverbraucher, während Geschäftskunden eher von Montag bis Freitag aktiv sind.
  • Auf Google+ findet erst zwischen 8-11 Uhr reger Ausstauch statt und dann wieder am Abend ab 17-18 Uhr. Während der Arbeitszeiten ist es dort im Gegensatz zu anderen Plattformen also richtig still. Die meisten Nutzer sind vor oder nach der Arbeit dort aktiv. Wer dazwischen Beiträge veröffentlicht kann nur mit wenig Interaktion rechnen.
  • Wieder anders sieht es bei Business-Plattformen wie LinkedIn oder Xing aus. Bei Linked in stehen die Chancen gut, wenn man zwischen Dienstag und Donnerstag Beiträge ausgibt. Dazu eigenen sich am besten die frühen Morgenstunden von 6-8 Uhr und etwas später zwischen 10-11 Uhr. Nach der Mittagspause scheint dort dann nicht mehr viel los zu sein und bei Xing dürfte es ähnlich sein.

Insgesamt findet man aber auch hier viele Unterschiede was die „besten Zeiten“ betrifft und keine allgemeingültige Auswertung, denn verschiedene Quellen kommen auch zu unterschiedlichen Ergebnissen. Sich voll und ganz auf solche Zahlen zu verlassen, ist nicht zu empfehlen.

Blick auf die Ausgangssituation

Die gewählte Plattform und die dort empfohlenen Zeiten sind also nicht alles. Je nach Branche kann es sehr unterschiedliche Spitzenzeiten geben, zu denen die Nutzer online sind und sich in den entsprechenden Netzwerken aufhalten. Auch die Zielgruppe kann ein wichtiger Faktor sein, denn handelt es sich dabei um jüngere Leute, die noch zur Schule gehen, sind diese beispielsweise schon am Nachmittag zu erreichen, während Berufstätige meistens erst am frühen Abend wieder aktiver werden.

Abgesehen von der Zielgruppe oder Branche eines Unternehmens, hängen die idealen Postingzeiten auch eng damit zusammen, ob man im B2B- oder B2C-Bereich tätig ist. Man muss unterscheiden zwischen B2B (Buisness to Buisness), also Firma zu Firma und B2C (Business to Customer), also Firma zu Endverbraucher. Handelt es sich um B2B-Kunden, ist davon auszugehen, dass sie besser in der Woche als am Wochenende zu erreichen sind, während B2C-Kunden sich oft verstärkt am Wochenende mit neuen Produkten beschäftigen. Hier ist es also wichtig die Ausgangssituation genau zu analysieren und bei der Planung der Postingzeiten im Hinterkopf zu behalten.

Zur ersten Orientierung kann sich der Blick auf Wettbewerber und deren Aktivitäten in den Social-Media-Kanälen lohnen. Hier kann man genau sehen zu welchen Zeiten die Konkurrenz mit ihren Beiträgen erfolgreich ist und sich einfach anschließen. Das passt denen wahrscheinlich nicht, aber den Nutzern ist es egal von wem die Beiträge auf ihrem Newsfeed sind, solange das Produkt ihre Bedürfnisse befriedigt.

Einflüsse auf die Postingzeiten

Neben den bereits genannten Einflüssen von Gewohnheiten der Zielgruppe und Branche abgesehen, gibt es noch weitere Faktoren. So kann man zum Beispiel sagen, dass Deutschland ab 7 Uhr morgens wach und in Social Media aktiv wird. Viele Leute sind als Einstieg in den Tag in den Netzwerken unterwegs. Danach dann meist noch auf dem Weg zur Arbeit und später vielleicht in der Mittagspause. Auf jeden Fall aber wieder auf dem Weg nach Hause, wenn Feierabend ist. Diese grobe Taktung kann man als Orientierung nutzen.

Auch das Wetter kann eine Rolle spielen. Wenn die Sonne scheint und ein wolkenloser Himmel lockt, lassen viele ihr Smartphone oder ihren Computer aus. Dadurch sinken natürlich die Interaktionsraten auf den Plattformen. Ist es jedoch kalt und ungemütlich, beispielsweise bei Regen oder Schnee, wenn die meisten Leute zuhause auf der Couch bleiben und Beschäftigung suchen, kann die Interaktionsrate im Vergleich zu „normalen“ Tagen auch mal stark ansteigen.

Mit Schwankungen ist also gelegentlich zu rechnen, denn Menschen sind nicht jeden Tag gleich aktiv.

Fazit

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es durchaus Zeiten gibt, zu denen man mehr Erfolge auf den Sozialen Netzwerken erzielen kann als zu anderen. Aber dennoch sollten diese Auswertungen immer nur als Orientierung, nicht als Richtlinie, gesehen werden.

Am besten probiert man es zu verschiedenen Zeiten aus und vergleicht dann die Werte, denn selbst innerhalb einer Branche können die Interaktionsraten je nach Unternehmen sehr unterschiedlich ausfallen.

Man kann den Redaktionsplan im Voraus grob auf die besten Postingzeiten ausrichten und Spielraum für Anpassungen einplanen, die vorgenommen werden können sobald erste Erfahrungen gemacht wurden. Dann findet man irgendwann für sich und das eigene Unternehmen ganz von allein die besten Postingzeiten.

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