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Diese Online-Marketing Trends kommen 2016

Diese Online-Marketing Trends kommen 2016

wie wirkt es sich auf SEO aus?
12 Januar 2016
Online Marketing Trends 2016

Bereits dieses Jahr zeichneten sich einige wichtige Entwicklungen in der digitalen Welt ab. Insgesamt fungiert 2015 aber eher als eine Art Überleitung. Denn im kommenden Jahr entwickeln sich Trends, die bisher schon in Ansätzen umgesetzt werden oder ins Bewusstsein gerückt sind, noch weiter.

Content-Qualität wird wichtiger denn je

Das Wort „Content“ wird vermutlich für den ein oder anderen langsam zum Unwort, weil man immer und überall damit konfrontiert wird, wenn man im Netz agiert. Aber Online Marketing geht nun mal nicht ohne Inhalte und da kommen Veränderungen auf uns zu.

Der Anspruch an den Content steigt. Das heißt: Nur mit qualitativ hochwertigen Inhalten kann man wirklich punkten. Das Wort „hochwertig“ bezieht sich in diesem Fall tatsächlich auf den Mehrwert der Inhalte. Die Qualität von Content misst sich also immer stärker am Nutzen für die User. Auch die Suchmaschinen werden hier immer menschlicher und bewerten die Inhalte stärker nach dem Mehrwert für Seitenbesucher.

Man spricht dabei auch vom sogenannten Web 3.0, einem semantischen Netz, in dem Inhalte allein nach Bedeutung eingestuft werden. Das Zusammenspiel der Struktur und Übersichtlichkeit von Inhalten wie Listen, Bildern oder Videos, wird Bewertungsgrundlage. Die Semantik ist dabei die Brücke zwischen Nutzer und Inhalten. Mit Keywords allein wird man also nicht mehr weit kommen, um sich online bestmöglich aufzustellen.

Wie beeinflussen die Entwicklungen SEO-Maßnahmen?

Was den SEO-Aspekt von Online Marketing betrifft, wird es Veränderungen geben. Mehr und mehr zählen künftig die gesamten Inhalte einer Seite, statt nur ein einzelnes Keyword. So steigt auch die Wörterzahl von Texten, die für Suchmaschine Google relevant sind. Mit nur 400 Wörtern wird es schwer werden ein vernünftiges Ranking zu erzielen.

Allerdings gewinnen auch die Google Direct Answers unter den Suchergebnissen mehr an Bedeutung und könnten auf die SEO-Maßnahmen Einfluss nehmen. Direkte Antworten auf Fragen erscheinen demnach bereits oben in den Ergebnissen, sodass eine Seite nicht mehr zwangsläufig aufgerufen werden muss, um sich eine Frage beantworten zu lassen. In dem Zusammenhang wird wohl auch die Spracherkennung einen größeren Stellenwert bei Suchanfragen einnehmen.

Bedingt durch Googles neuen Algorithmus wird es außerdem zur Pflicht Websites auf Responsive Design umzustellen, sofern dies noch nicht erfolgt ist. Da sich alles hin zur optimalen Nutzerfreundlichkeit entwickelt, werden Seiten, die auf Responsive Design verzichten nun schlechter in den Suchtreffern platziert.

Auch die Social Signals, also Suchtreffer, die aus den Social-Media-Kanälen eines Unternehmens generiert werden, wirken sich positiv auf das Ranking aus. Wer bisher auf Aktivitäten in den Sozialen Netzwerken verzichtet, wird sich nochmal Gedanken darüber machen müssen, ob es sich nicht lohnt die Plattformen einzubeziehen.

Geräteübergreifender Dialog mit Kunden

Die Nutzer wechseln mehr und mehr zwischen den einzelnen Social-Media-Kanälen hin und her und nutzen dabei verschiedene Endgeräte. Daraus erschließen sich für Unternehmen neue Wege für Service und Dialog mit potenziellen Käufern. Man spricht auch von Crossmedialem Marketing, also einem medien- oder kanalübergreifenden Marketing. Da die Nutzer Informationen ständig und überall austauschen, steigen die Interaktionsmöglichkeiten und das Online Marketing wird dynamischer, weil die Customer Journey immer besser nachvollziehbar ist.

Als Customer Journey bezeichnet man den Weg des Nutzers über die verschiedenen Kanäle. Durch die Vielzahl an Berührungspunkten ist künftig durch Tracking noch besser nachvollziehbar, wie ein potenzieller Kunde von A nach B gelangt, um das Marketing gezielt zu steuern. Es handelt sich dabei um Multichannel Tracking. Somit wird auch immer mehr die Personalisierung in den Fokus gerückt, denn die Kundenansprache wird stärker auf die jeweiligen Interessen einer Person zugeschnitten werden und einen individuellen Kundenkontakt möglich machen.

Unterstützt wird dieser Trend durch sogenannte Wearables, also Geräte wie die Apple iWatch oder Google Glass, die ganz neue Anforderungen ans Marketing stellen werden. Werbung könnte beispielsweise unterwegs an den Weg des Kunden beim Shopping angepasst werden und Personen so gezielt durch das zuspielen von Rabattcodes und Gutscheinen in bestimmte Geschäfte locken. Der Begriff Mobile Shopping erhält dadurch eine ganz neue Bedeutung.

Veränderungen im Datenschutzmanagement

All diese Veränderung bringen auch neue Anforderungen an den Datenschutz mit sich. Mit bloßem Opt-in oder Opt-out zu arbeiten wird schon bald für Unternehmen nicht mehr ausreichen. Um durch Tracking Multichannel Marketing zu betreiben, wird eine eindeutige Zustimmung des Nutzers nötig sein. Die personenbezogenen Daten werden in der EU als äußerst schützenswertes Gut betrachtet und die geplante EU-Datenschutzgrundverordnung nimmt langsam Form an.

In diesem Zusammenhang sollten sich Unternehmen von Big Data hin zu Legal Big Data orientieren. Unter Big Data versteht man das Erfassen, Speichern und Analysieren von Daten; für das Marketing also unerlässlich, um Werbung individualisiert und personalisiert auszuspielen. Die Methoden zur Datengewinnung und -verwendung sind jedoch immer etwas fragwürdig, wenn der Nutzer keine Zustimmung eingeräumt hat. Von Legal Big Data spricht man daher, wenn die Daten rechtskonform beim Nutzer eingeholt wurden und der Verwendung zu Marketingzwecken eindeutig zugestimmt wurde. Wer jetzt schon mit Legal Big Data arbeitet, verfügt schnell über eine Vorreiterposition und braucht sich keine Gedanken um die EU-Datenschutzgrundverordnung machen.

Das Webdesign verändert sich

Nicht nur technisch, sondern auch optisch verändert sich das Netz. Die Designs von Websites unterliegen einem ständigen Wandel, der eng mit den Ansprüchen der Nutzer zusammenhängt. Vor allem durch die zunehmende Nutzung von mobilen Endgeräten wie Tablets und Smartphones, stellen die Seitenbesucher ganz andere Erwartungen an eine Seite.

Um Beiträge zu lesen, ist es zum Beispiel mit dem Smartphone angenehmer zu scrollen, statt von Seite zu Seite zu klicken. Daher wird für Websites das Infinite Scrolling immer wichtiger. Minimalismus setzt sich ebenfalls immer mehr durch. Alle unnötigen Elemente stören nur und sollten entfernt werden, um ein möglichst klares, übersichtliches Gesamtbild zu schaffen. Im Gegensatz dazu sind bei der Typografie mehr Experimente erlaubt als zuvor. Statt möglichst einheitliche und wenige Schriften zu verwenden, werden nun immer häufiger Schriftgrößen und –arten vermischt, um optisch einen interessanten Effekt entstehen zu lassen.

Bilder sind nach wie vor eins der wichtigsten Elemente auf Websites. Allerdings sollte man sich von klassischen Stockfotos möglichst fern halten. Da sie inflationär auf verschiedenen Seiten verwendet werden, sieht der Nutzer sich irgendwann an ihnen satt, weil sie ihm ständig irgendwo begegnen. Wer stattdessen auf authentische, reale Fotos setzt, kann mit positiver Resonanz rechnen. Ecken und Kanten haben oft viel mehr Charme, als ein glatt poliertes, zigmal verwendetes Foto aus dem Bildarchiv.

Ganz Mutige verzichten in Zukunft ganz auf Bilder und setzen auf andere Elemente, um eine positive, visuelle Wirkung zu erzielen. Denn gerade auf Smartphones sind Bilderladezeiten noch ein Problem und stören manchmal den Lesefluss von Beiträgen, wenn sie nicht richtig laden. Ein netter Nebeneffekt davon: Man hebt sich von der Konkurrenz ab.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass sich bei kommenden Trends ganz klar die Orientierung hin zur Nutzerfreundlichkeit abzeichnet. Wünsche, Anliegen und Bedenken der Nutzer liegen im Fokus und die Online-Marketing-Maßnahmen werden sich in Zukunft daran ausrichten. Unter dem Gesichtspunkt des Datenschutzes wird die Interaktion mit den Nutzern bedingt durch crossmediale Marketing-Strategien noch steigen und so Werbemaßnahmen immer individueller angepasst werden. Auch beim Design wird mit responsiven Websites die Nutzerfreundlichkeit weiter angehoben und durch minimalistische Gestaltung eine Reizüberflutung vermieden, damit eine Konzentration auf das Wesentliche, die Inhalte, möglich wird. Welche Trends sich wie stark entwickeln werden, bleibt weiterhin spannend.

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