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Umgang mit dem eigenen Tod in Social Media

Umgang mit dem eigenen Tod in Social Media

Das passiert in der digitalen Welt, wenn wir nicht mehr sind
7 Juli 2017
Umgang mit dem eigenen Tod in Social Media

Bislang gab es kein digitales Zeitalter, daher leben wir in erster Generation mit digitalen Profilen und Benutzeraccounts. Nach unserem Tod hinterlassen wir einen digitalen Fußabdruck, aber was passiert damit, wenn wir sterben und wie sollte man sich darauf vorbereiten?

Datenschutz nach dem Tod?

Der Datenschutz in Deutschland wird durch das Bundesdatenschutzgesetz geregelt und schützt alle personenbezogenen Daten eines Menschen. Nach dem Tod sieht dies jedoch anders aus. Die Daten eines Nutzers von sozialen Medien und anderen digitalen Profilen sind mit dessen Ableben nicht mehr geschützt. Stattdessen entscheiden die Nutzungsbedingungen der jeweiligen Plattform darüber was mit den Daten passiert.

Dazu zählen Texte, Bilder und geteilte Videos einer Person. Besonders für Angehörige und Erben eine schwierige Situation. Oftmals möchten beispielsweise Eltern nicht, dass bestimmte Bilder oder Texte ihrer Kinder nach deren Tod weiterhin im Internet einsehbar sind oder sie haben als Erben des Urheberrechts Anspruch auf geistiges Eigentum. Doch obwohl Angehörige auch soziale Nutzerprofile erben, ermöglicht dies nicht automatisch, dass sie auch Zugriff erhalten und diese Profile löschen oder bearbeiten können.

Jüngst wurde im Zuge dessen der Plattform Facebook in Berlin gerichtlich Recht gegeben, wonach die Mutter eines verstorbenen Teenagers keinen Zugriff auf den Facebook-Account ihres Kindes erhält, obwohl sie über die Zugangsdaten verfügt, da dieser durch Freunde in den Gedenkmodus versetzt wurde.

Vorsorge treffen, was mit den Social Media Accounts passieren soll

Wie der genannte Fall zeigt, reicht es nicht die Zugangsdaten der persönlichen Profile im Netz für Angehörige zu hinterlassen. Das Gericht entschied zugunsten von Facebook, da die Mutter ansonsten auch Zugriff auf Chatverläufe und Nachrichten mit Dritten erhalten hätte – damit würde das Fernmeldegeheimnis privater Kommunikation von Facebook-Freunden der Verstorbenen verletzt. Das bedeutet, aufgrund von Datenschutz Dritter wurde entschieden, dass Facebook die Nutzerdaten Verstorbener nicht herausgeben muss.

Auch wenn gerade bei jungen Nutzern von Internet und Social Media der eigene Tod noch weit entfernt scheint, sollte man der eigenen Angehörigen wegen frühzeitig Vorsorge treffen. Um beim Beispiel Facebook zu bleiben, kann man dort eine Person als Verwalter benennen, der im Todesfall entscheiden kann, wie mit dem Profil verfahren wird.

Ob und wie man Vorsorge treffen muss, ist jedoch von Plattform zu Plattform verschieden. Bei manchen sozialen Netzwerken wird im Todesfall, nach Vorlage einer Sterbeurkunde durch die Erben und deren Bitte, das Profil gelöscht oder der Account deaktiviert, aber bei anderen ist dies nicht möglich. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen findet man in der Regel Hinweise dazu. Da der Tod jeden irgendwann mal trifft und auch unerwartet früh eintreten kann, sollte man daher nicht zögern entsprechende Maßnahmen zu treffen, damit auch online nach dem Ableben alles geregelt werden kann.

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