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Wenn der Puls werberelevant wird - Marketing im Internet der Dinge

Wenn der Puls werberelevant wird - Marketing im Internet der Dinge

Fragen Sie nicht, was Sie mit Ihrem Gerät tun können, sondern was Ihre Geräte für Sie tun können
22 Februar 2018

Längst kein Science Fiction mehr: Das Internet of Things (IoT) oder Internet der Dinge hat längst Einzug gehalten in den Alltag vieler Deutscher. Nach dem Phone werden heute immer Gebrauchsgegenstände „smart“. Das schafft je nach Verwendung viel Mehrwert für Endverbraucher, bietet aber auch in dieser Form nie dagewesenes Marketingpotential.

Stationär wird Mobil wird Wearable

Das Internet der Dinge manifestiert sich in schicken und praktischen Uhr-ähnlichen Gadgets fürs Handgelenk, die uns in der Freizeit, beim Sport oder bei der Gesundheitsvorsorge begleiten und unterstützen.

Es geht weiter in unseren Häusern, wo die vernetzte Heizung automatisch für uns die Temperatur regelt, die Beleuchtung passgenau für unseren Aufenthaltsort angepasst wird, der Kühlschrank die aufgebrauchte Milch nachbestellt und ein vernetztes Überwachungssystem für unsere Sicherheit sorgt. Und es erfasst auch unsere Mobilität - Stichwort selbstfahrende Autos. Neben automatischem Einparken in eine vom Auto selbst ermittelte Parklücke können auch automatische Notrufe bei einem Unfall gesendet werden, bei denen nicht nur die Ortsdaten, sondern auch die Personenzahl im Auto und die Schwere des Unfalls angegeben werden. Selbst Straßenlaternen dürften über kurz oder lang zu einem Teil des Internets der Dinge werden und selbst Daten senden und empfangen mit dem Ziel die Sicherheit im Verkehr zu erhöhen.

Neben Sicherheit und Komfort bieten diese Technologien aber auch Informationen, die für eine zielgruppengenaue Ansprache von Kunden höchst hilfreich sein können: Wie lang war wer mit welchem Puls laufen? Smarte Watch und smarter Laufschuh wissen es. Es ist völlig denkbar, dass der der Sportladen von nebenan zukünftig mit einer eigenen App sportliche Höchstleistungen durch Rabatte belohnt, so gezielt Sportler lockt und den Begriff „Laufkundschaft“ völlig neu definiert. Die Entdeckung der Möglichkeiten, die Realtime-Customerservice, Geo-Tracking, verknüpfte Devices usw. bieten, steckt noch in den Kinderschuhen. Kreative Köpfe sind gefragt, denn:

Der Wandel beschleunigt sich

Im Rahmen der aktuellen IoT-Studie der Computerwoche und CIO bewerteten 47 Prozent der befragten Unternehmen die Relevanz des Internets der Dinge als sehr hoch oder hoch, Tendenz steigend.

Unser wachsender Anspruch an die Usability der Geräte, die uns tagtäglich umgeben, sowie ständig verbesserte Vernetzungs- und Interaktionsmöglichkeiten treiben das Internet der Dinge voran. Ziel ist es, dass sich Maschinen direkt mit anderen Maschinen unterhalten (M2M) und im Zusammenspiel Aufgaben erledigen, ohne dass ein Mensch eingreift. Und es geht noch weiter: auch die Zahlungsmittel werden zunehmend digital und virtuell und werden zukünftig bares Zahlen verdrängen. Der Wandel ist in vollem Gange und vollzieht sich so schnell, dass eine Voraussage, welche Systeme in fünf bzw. zehn Jahren etabliert sein werden, bestenfalls vage sein kann. Ein Trend jedoch zeichnet sich ab, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit revolutionär fürs Marketing sein wird:

Digitale Assistenten

Ob Apples Siri, Microsofts Cortana, der Google Assistant, Bixby von Samsung oder Amazons Alexa: Schnittstelle der Interaktion mit dem Internet sind in IoT-Zeiten immer mehr die sogenannten digitalen Assistenten. Der Trend weg von textbasierter Suche ist bereits heute deutlich zu spüren: Die Zukunft gehört der Spracherkennung. Und klassische, textbasierte Werbung wird ohne Bildschirm nicht funktionieren: Apple wird Siri wohl kaum die Google-Adwords-Anzeige laut vorlesen lassen. Stattdessen liegen neue Möglichkeiten in den Appstores für die verschiedenen digitalen Assistenten – damit diese zukünftig die „Sprache“ der eigenen Firma dem eigenen „Vokabular“ hinzufügen, könnte sich dort ein ähnlicher Marketingwettkampf entwickeln, wie er heute beim Suchmaschinenmarketing besteht.

Das Internet der Dinge revolutioniert unseren Alltag mit enormer Geschwindigkeit. Bereits mittelfristig werden sich so Marketingmöglichkeiten ergeben, von denen heute noch niemand zu träumen wagt.

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